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Swiss HIV Cohort Study

& Swiss Mother and Child HIV Cohort Study

Hachfeld et al., Warum werden Personen aus Subsahara-Afrika mit einer HIV-Infektion spät diagnostiziert?

Hachfeld et al., Warum werden Personen aus Subsahara-Afrika mit einer HIV-Infektion spät diagnostiziert?

8th August, 2019

Warum werden Personen aus Subsahara-Afrika mit einer HIV-Infektion spät diagnostiziert?   HIV Medicine

HIV-Infektionen werden bei Patienten aus Subsahara-Afrika oft in einem späten Stadium diagnostiziert. Eine spät diagnostizierte Infektion ist definiert durch eine tiefe CD4-Zell Zahl und/oder AIDS-definierenden Erkrankungen.

Die Autoren dieser Studie haben die Gründe dieser Beobachtung in der Schweizerischen HIV Kohortenstudie untersucht. Sie haben untersucht, wie oft die HIV Infektion bei Patienten aus Subsahara-Afrika und aus West-Europa spät diagnostiziert werden. In persönlichen Interviews wurden Patienten befragt, welchen Zugang sie zu HIV-Tests hatten. Ebenfalls wurden Gründe für eine verzögerte HIV-Testung angesprochen.

Die HIV Infektion wurde bei 64.6% (126/195) der Patienten aus Subsahara-Afrika und bei 45.8% (435/950) der Patienten aus West-Europa spät diagnostiziert. In West-Europa wurden Frauen später als Männer diagnostiziert. In Subsahara-Afrika bestand kein zeitlicher Unterschied in der HIV-Diagnose zwischen Männern und Frauen. Die Patientinnen mit einer spät diagnostizierten Infektion wurden eher in der Schwangerschaft diagnostiziert, wenn sie aus Subsahara-Afrika stammten (9.1% der Patientinnen) als aus West-Europa (0%). Patienten mit einer spät diagnostizierten Infektion wurden häufiger von Hausärzten diagnostiziert, wenn sie aus West-Europa stammten (44.6%), als wenn sie aus Subsahara-Afrika stammten (25.0%). Ein niedriger Bildungsgrad hatte keinen Einfluss auf eine späte HIV Diagnosestellung. Patienten aus Subsahara-Afrika wussten häufiger als Patienten aus West-Europa nicht, dass anonyme HIV-Tests durchgeführt werden können. Ebenfalls die Angst der Reaktionen der Familienangehörigen, falls ein Test positiv ausfällt, wurde häufiger von Patienten aus Subsahara-Afrika (39.3%) als Patienten aus Europa (21.7%) als Grund für einen verspäteten HIV-Test berichtet.

26.1% der Patienten aus Subsahara-Afrika hatten Angst, aus der Schweiz ausgewiesen zu werden.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Mehrheit der Patienten aus Subsahara-Afrika spät mit einer HIV-Infektion diagnostiziert wurden, unabhängig des Geschlechts und des Bildungsgrads. Eingeschränkter Zugang zu HIV-Tests, fehlende Kenntnisse über HIV-Tests und Ängste einer HIV-Diagnose sind wichtige Gründe für eine spät diagnostizierte HIV-Infektion bei Patienten aus Subsahara-Afrika.

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