Klinische Ergebnisse von antiretroviralen Therapien mit zwei oder drei Medikamenten bei Menschen mit HIV. Â Â Clinical Infectious Diseases
Die antiretrovirale Standardkombinationstherapie (cART) besteht in der Regel aus drei Medikamenten, die miteinander kombiniert werden, und sorgt für eine stabile Unterdrückung der HIV-Viruslast. Angesichts der ausgezeichneten Wirksamkeit und der hohen Potenz der neuen antiretroviralen Moleküle und um Langzeittoxizitäten zu vermeiden, wurde die Wirksamkeit von dualen Therapien kürzlich in mehreren randomisierten Studien untersucht. Bei dualen Therapien werden anstelle von drei Medikamenten nur 2 Medikamente miteinander kombiniert. Während sich die Kombinationen Rilpivirin/Dolutegravir und Lamivudin (oder Emtricitabin)/Dolutegravir in klinischen Studien als sehr wirksam erwiesen haben, um die Viruslast anhaltend zu unterdrücken, wurden diese Ergebnisse bisher nur in wenigen Kohortenbeobachtungsstudien bestätigt.
In der vorliegenden Studie untersuchten die Forschenden von RESPOND, der größten HIV-Kohorten-Kollaboration in Europa, die Häufigkeit klinischer Ereignisse bei fast 10’000 Personen, die mit HIV leben und in Behandlung sind. Hauptziel der Studie war es, die Sterblichkeit und die Häufigkeit anderer schwerer Komplikationen (opportunistische Erkrankungen, Krebs, Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Lebererkrankungen) zwischen Personen mit Dualtherapie und cART zu vergleichen.
Während des Beobachtungszeitraums wurden 1’088 Teilnehmer (11 % der Studienpopulation) von einer cART auf die Dualtherapie umgestellt. Insgesamt wurden 619 schwerwiegende klinische Ereignisse registriert, wobei die häufigsten Ereignisse Todesfälle und nicht AIDS-bedingte Krebserkrankungen waren. Die Häufigkeit der schwerwiegenden Komplikationen war in beiden Behandlungsgruppen ähnlich, nachdem andere Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können, berücksichtigt wurden. Diese Studie bestätigt die guten klinischen Ergebnisse, die in den randomisierten Studien erzielt wurden. Die Studie trägt damit zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen bei, die für eine Behandlung mit der neuen Generation der Dualtherapie bei therapiestabilen, therapietreuen Patienten ohne Kontraindikationen sprechen.