SHCS

Swiss HIV Cohort Study

& Swiss Mother and Child HIV Cohort Study

Baumann et al., Langfristige Entwicklung von Hepatitis C Infektionen sowie deren Behandlungen und Komplikationen in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie

1st October, 2025

Die verschwindende Epidemie – langfristige Entwicklung von Hepatitis C Infektionen sowie deren Behandlungen und Komplikationen in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie

Infektionen mit dem Hepatitis C-Virus führen weltweit zu Leberkrankungen und Todesfällen. Personen, die mit einer HIV-Infektion leben, sind durch Hepatitis C besonders gefährdet und sind deutlich häufiger betroffen. Das Hepatitis C Virus wurde erst 1987 identifiziert und konnte lange kaum behandelt werden. Diese blutübertragene Viruserkrankung verbreitete sich weltweit über Bluttransfusionen, intravenösem Drogenkonsum und zu einem kleineren Anteil über sexuelle Kontakte. Nach einer Ansteckung mit Hepatitis C entwickelt sich in über der Hälfte der Fälle eine chronische Infektion, welche zu Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Ab den späten 80er-Jahren wurden erste Therapieerfolge erzielt. Die angewandten Interferon-Therapien hatten aber oft starke Nebenwirkungen, dauerten lange und waren nur teilweise erfolgreich. Seit 2014 sind neue Medikamente gegen Hepatitis C erhältlich, welche die Behandlung massiv verbesserten. Diese direkt-wirksamen antiviralen Medikamente sind gut verträglich und führen in praktisch allen Fällen zu einer Heilung der Hepatitis C Infektion.

Mit der vorliegenden Forschungsarbeit wurde die Epidemiologie der Hepatitis C Infektion in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie (SHCS) seit 2002 untersucht. Dabei wurde analysiert, wie häufig eine chronische Hepatitis C auftrat, wie oft Behandlungen mit den alten Interferon-Therapien und den neuen direkt-wirksamen antiviralen Medikamenten durchgeführt wurden, und wie häufig Lebererkrankungen im selben Zeitraum auftraten.

Im untersuchten Zeitraum hat die Häufigkeit einer chronischer Hepatitis C Infektion um mehr als 10fach abgenommen. Während im Jahr 2004 bei 16.5% der Personen in der SHCS eine Hepatitis C vorlag, war dies Ende 2023 noch bei 1.3% der Fall. Zu Beginn des Beobachtungszeitraums wurden nur ca. 50-60 Personen jährlich behandelt, zumeist mit der nebenwirkungsreichen Interferon Therapie. Dies führte nur zu einem zögerlichen Rückgang der Infektionszahlen. Mit der Verfügbarkeit der neuen Hepatitis-C Therapien ab 2014 kam es zu einer deutlichen Zunahme der Behandlungen und einem raschen Abfall der Infektionszahlen. Über den Beobachtungszeitraum nahmen auch die Anzahl an Lebererkrankungen ab, wozu die neuen Behandlungen ebenfalls beitrugen.

Die Hepatitis C Infektion konnte vor allem mithilfe der neuen, effektiven und gut verträglichen Hepatitis C Medikamente deutlich reduziert und dadurch die Gesundheit von Personen mit HIV verbessert werden.

PubMed

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